Nicht so schlimm wie ihr Ruf

Es ist schon ein Jammer, dass beim Wort „Verkäufer“ sofort das Bild vom „Keiler“ im Kopf aufpoppt. Der, der die Kundin oder den Kunden mit der wildesten Taktik in die Ecke drängt, dass man denkt, man befindet sich in einem Wrestling-Match und kein Verkaufsgespräch. Dieses Klischee macht dem eigentlichen Beruf ganz schön Konkurrenz. Dabei gibt es doch den anderen, viel netteren Verkäufer-Typen: Der, der wirklich zuhört, die Bedürfnisse versteht und erst dann eine sinnvolle Lösung anbietet, die dem Kunden tatsächlich hilft. Da wird nicht gedrängt, sondern beraten, fast schon wie ein guter Freund, nur eben mit Produktwissen statt Flachwitz.

Man sollte also dringend unterscheiden zwischen dem „Keiler“, der nur den schnellen Abschluss will, und dem „Lösungsfinder“, der den Kunden tatsächlich in den Mittelpunkt stellt. Das Problem ist, dass diese Klischees aus längst vergangenen Tagen stammen, als noch versucht wurde, Staubsauger an Leute zu verkaufen, die gar keinen Teppich hatten. Heute sind Verkäufer oft echte Problemlöser, die individuell beraten und nicht blind auf einen Abschluss losrennen. Eine Verkaufsbeziehung basiert auf Vertrauen und echtem Nutzen, nicht auf Drängen und Manipulation.

Es ist schon erstaunlich, wie stark falsche Images bestimmte Berufe prägen und wie schnell man in Schubladen gesteckt wird, die mit der Realität oft wenig zu tun haben. Genau dasselbe Phänomen findet sich in vielen anderen Berufssparten:

  • Programmierer gelten oft als asoziale Nerds, die den ganzen Tag vor dem Bildschirm hocken und keinen Menschenkontakt brauchen. Dabei sind viele echte Teamplayer und kreative Problemlöser.
  • Manager werden gerne als skrupellose Ausbeuter dargestellt, die nur das Beste aus den Mitarbeitern herausholen wollen. Mitunter wahr, aber längst nicht die ganze Wahrheit. Viele Manager führen verantwortungsvoll und haben das Wohl ihrer Teams im Blick.
  • Celebrities haben das Image von abgehobenen Menschen, die im Elfenbeinturm leben, obwohl die meisten hart arbeiten, sich sozial engagieren und sich den Herausforderungen ihrer Karriere stellen.
  • Und natürlich gibt es auch den klassischen Beamten, der als arbeitsscheuer Sesselkleber verschrien ist, obwohl viele von ihnen hochmotiviert sind, komplexe Aufgaben zuverlässig zu lösen.

Das Problem mit diesen Vorurteilen ist, dass sie den Blick auf die wahren Qualitäten eines Berufs verstellen. Solche Klischees stammen oft aus veralteten Vorstellungen, schlechten Erfahrungen oder verzerrten Medienbildern. Klar, jeder Beruf hat seine Schwarzen Schafe, aber deswegen alle über einen Kamm zu scheren, ist unfair und schadet nicht nur dem Image, sondern auch dem Nachwuchs in diesen Berufen.

So sollten wir alle Sarrazin, Spießer oder Nerd mal im Kopf parken und stattdessen differenzierter sehen: Ein „Verkäufer“ kann lösungsorientierter Berater sein, ein Manager ein unterstützender Teamleader, ein Programmierer ein kreativer Entwickler, ein Celebrity ein engagierter Mensch, und ein Beamter ein verlässlicher Dienstleister. Humor hilft dabei, die Starrheit der Stereotype aufzubrechen und vielleicht die Wertschätzung für echte Leistung in all diesen Berufen zu steigern. So wird das Leben bunter und die Vorurteile kleiner!

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