Bevor Smartphones unsere Hände verwucherten, herrschte im „Dazwischen“ das große Nichts. Niemand kann sich wirklich erinnern, wie wir damals unsere Endloswarteschleifen zwischen Meetings, Bussen oder beim Zahnarzt überstanden haben. Der Autor fragt sich gemeinsam mit seinen ebenso ratlosen Mittvierziger-Freunden: „Was haben wir da eigentlich gemacht?“
Antwort: Eigentlich… nichts! Oder zumindest nichts Bemerkenswertes. Wir telefonierten (wie Barbaren!), lasen alles, was gerade herumlag, von Zeitungen über Werbeprospekte bis zur Zahnpasta-Tube und starrten auf die Sekundenzeiger der Uhr. Wer besonders verzweifelt war, las Werbetexte auf Ketchupflaschen oder die Gebrauchsanleitung des Feuerlöschers.
Klar, es gab Telefone, aber die hingen an Wänden, Gespräche waren örtlich gebunden und langweilten spätestens nach dem dritten „Was gibt’s Neues?“. Fernsehen lief im Hintergrund zur Geräuschkulisse. Wer Glück hatte, fand im Wartezimmer eine Zeitschrift von Vorgestern. Die ständige Todesfurcht vor Langeweile hing über allem.
Doch halt: Das Smartphone wurde geboren und füllte das Nichts. Manchmal zwar so mit Junk, dass wir uns gleich wieder nach Langeweile sehnen, aber immerhin mit etwas! Die Menschen damals waren also nicht etwa produktiver oder sozialer, sie haben einfach nur… gelitten. Boredom war der Standard, irgendwann brodelte es so sehr, dass wir sogar den Waschzettel im Mantel aufregend fanden.
Fazit: Smartphones mögen uns zwar in den Wahnsinn swipen lassen, aber vergessen wir nicht, wie grauenvoll öde die Leere davor war. Lieber zu viele WhatsApp-Nachrichten als endlose Minuten, gefüllt nur mit Ketchup-Inhaltsstoffen!







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