Stellen wir uns einen Moment lang vor, wir wären bei einer dieser sagenumwobenen Produktpräsentationen dabei gewesen: Vorne auf der Bühne strahlen die Manager, hinter ihnen leuchtet das Firmenlogo und irgendwo denkt jemand im Publikum: „Ist das dein Ernst?“ Hier sind deine All-Time-Favorites unter den Tech-Flops und warum man sie direkt als Running Gag hätte einmotten sollen.
Nokia N-Gage:
Ein Handy und eine Spielekonsole in einem. Was kann da schon schiefgehen? Antwort: Alles. Schon das Design sorgte für Lacher, denn: Wer telefonierte, hielt sich das Ding wie ein belegtes Brötchen („Taco-Phone“) quer ans Gesicht. Spielen war auch ein Abenteuer: Zum Wechseln der Spiele musste das Gerät auseinandergebaut werden (Batterie raus, Karte rein!), die Knöpfe waren matschig, und der Bildschirm hatte die Größe einer Briefmarke, im Hochformat. Die Wettbewerber (Game Boy Advance lässt grüßen!) verkauften 100 Mal mehr Geräte.
Als dann alle dachten, es kann nicht schlimmer werden, kam das Update, aber da war’s eh zu spät. Fazit: Future’s got to wait!
Nintendo Virtual Boy:
Nintendo, Gurus der Videospiele, bauten Mitte der 90er das erste 3D-Headset. Klingt geil, bis Leute reihenweise über Schwindel, Nackenschmerzen und Blutdruckabfälle klagten. Das Ding zeigte alles in rot-schwarz, sah aus wie ein Laborgerät, wurde am Tisch benutzt (weil es so schwer war) und Spiele gab’s auch nur eine Handvoll. Nach wenigen Monaten flog er sang- und klanglos aus den Läden. Niemand vermisst ihn, außer vielleicht Augenärzte, die plötzlichen Zulauf bekamen.
Microsoft Zune:
Microsoft wollte den iPod-Killer. Heraus kam… na ja, der Zune halt. In Sachen Stil und Nutzererlebnis ungefähr so sexy wie ein Taschenrechner aus dem Physiksaal der 70er. Features? Die wenigen Besonderheiten (wie das „Zune-Social“) verwendete eh niemand. Gegen die Apple-Lawine blieb nur die Frage: „Warum packt ihr das in eine hübschere Verpackung für den Papierkorb?“
Apple Magic Mouse:
Auf den ersten Blick: stylisch, glatt, schön. Dann will man länger arbeiten und fragt sich, warum man eine Computermaus bauen muss, die sich anfühlt wie ein Seifenglatt-Rodelhügel. Das Ladegerät? Im Fuß verbaut. Ladekabel rein und die Maus liegt wie ein auf dem Rücken gefallener Marienkäfer herum, nutzlos bis fertig geladen. Die perfekte Verbindung aus Design und Anti-Ergonomie.
Noch mehr „Ist das dein Ernst?“-Kandidaten
- Google Glass: Datenbrille für die Massen, zumindest bis die Leute begriffen, dass jeder Nutzer aussieht wie ein Borg und ständig heimlich mitfilmt.
- Amazon Fire Phone: „Wir machen jetzt auch in Smartphones!“ Drei Kunden freuten sich, der Rest kaufte weiter iPhones.
- Segway: Der angebliche Fortbewegungsrevolutionär, wurde vor allem bei Stadtführungen und von Polizisten im Einkaufszentrum gesichtet.
- Juicero: Ein 400-Dollar-Saftbeutel-Quetscher, dessen Saftpäckchen man auch einfach mit der Hand hätte ausdrücken können.
- New Coke: Coca-Cola wollte 1985 das Rezept revolutionieren, es folgte ein kollektiver Boykott und die Rückkehr zum Original.
Und aktuell (Stand Juli 2025):
Der Tesla Cybertruck ist das unumstrittene Paradebeispiel für einen Produktdesign-Fail unserer Zeit: radikal gestaltet, realitätsfern geplant, „unbreakable“ gescheitert. Ein Fahrzeug, das schon beim ersten Anblick für Lacher sorgt und beim zweiten für Staunen über Teslas Self-Confidence und die Bereitschaft, einen echten Hype in ein rollendes Meme zu verwandeln. Wer im Publikum saß, dachte spätestens bei der offiziellen Präsentation: „Ist das dein Ernst?“
Moral von der Geschicht:
Manche Ideen sind ihrer Zeit voraus, andere sollten lieber nie geboren werden. Aber eins ist sicher: für ein paar Minuten Tech-Unterhaltung und das verliehene „Ist das dein Ernst?“-Gesicht sind diese Produkte immer gut!







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