Der legendäre Inkompetenz-Manager

Jeder kennt ihn: Den einen Manager, der scheinbar zufällig auf seinem Chefsessel gelandet ist. Vielleicht durch einen glücklichen Zufall, Vitamin B oder weil er einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Die Belegschaft weiß: Kompetenz war dabei nicht das entscheidende Kriterium. Und trotzdem, oder gerade deswegen, hält sich dieser Mensch hartnäckig an der Spitze. Warum werden solche Manager nur toleriert, aber nie wirklich respektiert? Und warum müssen sie immer besonders den Chef raushängen lassen?

1. Warum werden diese Manager nur toleriert?

  • Kompetenzfreie Zone: Die Mitarbeitenden merken schnell, dass der Manager fachlich eher im Nebel stochert. Die Fragen im Meeting sind entweder komplett am Thema vorbei oder so allgemein, dass sie auch von einer Motivationspostkarte stammen könnten.
  • Surfen auf der Glückswelle: Jeder weiß, dass der Karriereweg dieses Managers weniger mit Leistung, sondern mehr mit glücklichen Zufällen, Beziehungen oder schlichtweg „ausgesessenen“ Jahren zu tun hat.
  • Entscheidungsroulette: Entscheidungen wirken wie Würfelwürfe. Mal so, mal so, Hauptsache, niemand merkt, dass eigentlich keine Ahnung dahintersteckt.
  • Kommunikation auf Managerisch: Es wird viel geredet, aber wenig gesagt. Buzzwords wie „Synergien“, „Quick Wins“ und „Agilität“ werden inflationär eingesetzt, um Kompetenz zu simulieren.
  • Toleranz aus Selbstschutz: Die Mitarbeitenden wissen: Wer sich zu sehr aufregt, bekommt am Ende noch mehr Arbeit aufs Auge gedrückt. Also lieber „durchwinken“ und den Manager machen lassen, solange er nicht stört.

2. Warum fehlt der Respekt?

  • Respekt muss man sich verdienen: Und zwar durch Fachwissen, Fairness und Führungskompetenz, nicht durch das bloße Sitzen auf einem Chefsessel.
  • Fehlende Vorbildfunktion: Wer selbst nicht weiß, was er tut, kann andere auch nicht inspirieren.
  • Führung durch Lautstärke: Statt mit Argumenten wird mit Titeln und Ansagen gearbeitet. Das beeindruckt vielleicht Praktikanten, aber nicht die alten Hasen im Team.
  • Mitarbeiter als Alibi: Oft werden die Erfolge des Teams als eigene verkauft, Fehler aber großzügig delegiert. Das merkt jeder und Respekt schwindet.

3. Warum müssen diese Personen immer den Chef raushängen lassen?

  • Unsicherheit kaschieren: Wer weiß, dass er fachlich nicht mithalten kann, muss das mit Autorität kompensieren. „Ich bin der Chef!“ wird zum Mantra.
  • Statussicherung: Durch ständige Betonung der eigenen Position wird versucht, die fragile Stellung zu festigen, getreu dem Motto: „Wenn ich schon nichts weiß, muss ich wenigstens so tun, als hätte ich das Sagen.“
  • Chef spielen als Hobby: Manche finden einfach Gefallen daran, Meetings zu leiten, PowerPoint-Folien zu zeigen und mit ernster Miene durchs Büro zu schreiten. Das gibt ein Gefühl von Wichtigkeit.
  • Angst vor Entlarvung: Wer ständig den Chef markiert, hofft, dass niemand genauer hinschaut und die Inkompetenz bemerkt.

Fazit

Der „Inkompetenz-Manager“ ist ein Phänomen, das in vielen Unternehmen zu finden ist. Er wird toleriert, weil es oft einfacher ist, als sich aufzuregen. Respekt bleibt jedoch aus, weil Kompetenz, Fairness und echtes Leadership fehlen. Und das ständige „Chef-Gehabe“? Das ist meist nur ein Schutzmechanismus und für die Belegschaft ein Running Gag, der den Büroalltag zumindest ein bisschen unterhaltsamer macht.

Eine Antwort zu „Der legendäre Inkompetenz-Manager“

  1. […] aber der neue Verkaufsleiter durchs Großraumbüro schreitet und noch nie einem Kunden eine Preiserhöhung schmackhaft gemacht […]

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