Black Friday, das war mal ein einziger Tag voller wildem Konsumrausch. Inzwischen ist daraus ein Paradebeispiel für das Ausweiten des Ausnahmezustands geworden, das so absurd ist, dass man sich fragt: Gibt es demnächst den „Black Year“?
Stell dir vor: Ursprünglich warteten Menschen am Schwarzen Freitag nach Thanksgiving in den USA geduldig auf die einmaligen Rabattschlachten. Das war das Event, der Tag, der Urknall des Schnäppchenuniversums. Das Internet hat das Phänomen weltweit exportiert, bis auch Tante Irmi im Gurktal wusste, wann sie für ihre neue Kaffeemaschine den besten Deal schnappen kann.
Aber der Mensch ist ja nicht blöd. Wenn Rabatte an einem Tag funktionieren, dann vielleicht auch an mehreren? Aus dem Tag wurde die Black Week, eine ganze Woche sollte ausreichen, um die Kreditkarten so richtig glühen zu lassen. Doch der Konsum kennt kein Erbarmen: „Warum denn nur eine Woche? Rabatte sind doch viel cooler, wenn sie sich auf einen ganzen Monat verteilen!“
Und so begann das Zeitalter des Black Month. Schnäppchen-Jäger schieben jetzt schon im November Panik, weil Amazon, MediaMarkt & Co. ihre Angebote ausrollen, als gäbe es kein Morgen. Es gibt wohl bald „Black November“ als eigenen Kalendermonat, gleich nach Oktober. Für Marketingleute ein Fest, für einige Kunden ein Abgrund.
Unsere Lieblingsangebote sind heute so inflationär wie die Influencer, die jeden Tag „das krasseste Black Month-Special ever“ in die Kamera schreien. Kein Wunder, dass sich am Ende alle fragen: Wann ist es eigentlich vorbei? Gibt es einen Endgegner am letzten Novembertag? Oder fließen die Prozente einfach weiter ins Weihnachtsgeschäft?
Die vermeintliche Exklusivität ist längst verloren gegangen. Wer am „eigentlichen“ Black Friday zuschlägt, fühlt sich fast schon als Nachzügler, weil die besten Deals schon vor Wochen gestartet sind. Marken übertreffen sich darin, immer noch einen Tag draufzulegen: „Pre-Black Friday Sale“, „Mid Black Week Special“, „Black Weekend Extension“, „Last Call Black Month Madness“ und irgendwo dazwischen die „Cyber Monday Countdown Party“.
In Wahrheit ist das ganze ein skurriles Wettrennen um Reichweite und Umsatz, das mittlerweile fast parodistisch wirkt. Die Absurdität erreicht jedes Jahr neue Höhen. Nächstes Jahr gibt’s vielleicht den „Black Friday – presented by Christmas Deals“ im Spätsommer.
Was bleibt? Wer einen Witz über Black Friday macht, ist spätestens bei „Black Month“ schon Tage zu spät dran. Willkommen im Schnäppchen-Karneval und viel Erfolg beim Durchblicken in der Rabattsuppe!







Hinterlasse einen Kommentar