1. Doppelte Standards à la Dönerduft:
Stell dir vor, jemand schiebt sich genüsslich einen Kebap ins Gesicht und schwärmt: „Boah, das schmeckt unfassbar!“ Nur eine Stunde später steigt er in die U-Bahn, bekommt eine Leberkässemmel-Nase und verzieht angeekelt das Gesicht, als hätte ihn jemand bedroht: „Widerlich, dieser Gestank!“ Die Logik? Existiert nicht. Der eigene Genuss wird gefeiert und verteidigt bis aufs Blut, aber sobald andere dasselbe tun, ist es eine Belästigung.
2. Das Paradox von „mein Geschmack = Weltkulturerbe“:
Wenn es nach diesen Leuten geht, sollte ihr Leibgericht von UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe geführt werden. Aber wehe, jemand wagt es, dasselbe im öffentlichen Raum zu konsumieren, dann ist die öffentliche Ordnung gefährdet. Es scheint ein unausgesprochenes Gesetz zu geben: Wenn ich esse, ist das ein kultureller Akt. Wenn andere essen, ist das Umweltverschmutzung.
3. Die olfaktorische Selbstgerechtigkeit:
Das Aroma des eigenen Essens ist quasi Chanel N°5. Das Aroma fremden Essen ist jedoch wie ein feuchter Turnbeutel nach dem Sportunterricht. Aber woher kommt das? Ist die eigene Nase selektiv? Wird beim Selbstessen das Gehirn auf „Wohlfühl-Modus“ gestellt, während beim Fremdessen die „Alarmglocken für Essensabfall“ läuten?
4. Die Dramatisierung des Essgeruchs:
Die Leidensgeschichte beginnt meistens so: „Ich hätte fast gekotzt, als dieser Typ seinen Döner ausgepackt hat!“ Dabei hat man selbst gestern Abend um Mitternacht selig das selbe Gericht verschlungen, vom Geruchswesen her ein identischer Döner. Es läuft hinaus auf: Wer riecht, sündigt. Wer isst, genießt. Doppelt absurd erscheint das, wenn die gleiche Person nach ein paar Bier zur nächsten Imbissbude pilgert und alle Hemmungen ablegt.
5. Das U-Bahn-Gesetz:
Es existiert eine uralte, inoffizielle Regel: Essen in der U-Bahn ist nur dann okay, wenn man es selbst tut, und zwar mit maximaler Eleganz. Wenn andere sich daran erfreuen, wird die Sittenpolizei aktiviert: Missachtung des olfaktorischen Friedens, 50 Euro Bußgeld! Die Welt ist tatsächlich voller Leute, die glauben, ihr Snack hätte diplomatischen Sonderstatus.
Fazit:
Die Absurdität liegt darin, dass Genuss und Ekel bei exakt derselben Sache variieren – abhängig davon, ob man selbst der Akteur oder der Zuschauer ist. Das ist in etwa so, als würde man eigenmächtig das Fenster öffnen und die frische Luft lieben, aber sich über den Windzug von anderen echauffieren. Kurz gesagt: Die Nase ist scheinbar das Zentrum der Selbstgerechtigkeit, und wer Kebap liebt, sollte vielleicht kurz innehalten, bevor er sich über den Geruch anderer empört.







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