Kaum ein Bild ist weltweit so vertraut wie jenes: Eine Runde ergrauter, meistens männlicher Alpha-Gorillas, die krampfhaft am Kongress-, Vorstandstisch oder am Pult der oberen Machtzirkel festhalten. Die Haut ledrig, das Konto gefüllt bis zum Rand, das Ego scheinbar noch vitaler als der Kreislauf. Und jedes Mal fragt man sich: Warum? Warum hören sie nicht einfach auf?
Die große Lust auf den Ruhestand… nur nicht für „die da oben“
Während du, ich und wahrscheinlich 95% der Menschheit spätestens im mittleren Erwerbsleben damit beginnen, die Tage, Monate, ja Jahre zum wohlverdienten, ruhigen Lebensabend zu zählen und spätestens mit 65 der Playstation, dem Wiener Kaffeehaus oder dem Weltumsegeln frönen wollen, scheint diese Zielgruppe einen ganz anderen Plan zu verfolgen.
Ihnen gehören nicht nur Firmen, Banken und Länder… sondern auch Zeit und Nerven!
Wir Normalsterblichen rackern Jahrzehnte lang, um die magische Summe auf dem Pensionskonto zu erreichen und freuen uns auf das süße Nichtstun. Die „grauen Eminenzen“ aber, die allein in ihrer Brusttasche mehr Geld haben, als wir jemals in unserem Leben ansparen könnten, ignorieren diese Logik einfach konsequent.
Was treibt sie an?
- Geld ist längst nicht mehr das Problem. Würde der Kontostand Zinsen schreien können, müssten die Enkel mit Gehörschutz aufwachsen.
- Abenteuerlust? Zweifelhaft, bei Tagesordnungspunkten wie „Prüfung der Geschäftsordnung“.
- Macht? Offenbar das einzige Elixier, das selbst Titan-Kniegelenke beflügelt.
- Langeweile? Wahrscheinlich haben sie Angst, dass die Frau zuhause das Fernsehprogramm diktiert.
- Realitätsverlust? Wer seit 40 Jahren mit „Herr Präsident!“ oder „Herr Generaldirektor!“ angesprochen wird, hält „Opa“ für eine Beleidigung.
Was verpasst man als ewiger Boss?
Man könnte endlich ausschlafen, ohne Termindruck aufstehen, Croissants statt Krisen frühstücken, Enkelkinder verwöhnen (?) oder Riesenseifenblasen im Park pusten.
Aber nein: Eine Generation, die sich schon vor dem Pensionsalter Häuser auf mehrere Kontinente verteilt hat, bleibt lieber CEO eines multinationalen Konglomerats, als den Google-Kalender gegen das Sudoku-Heft zu tauschen.
Mein Fazit?
Für mich absolut unverständlich! Aber vielleicht lernt man als „Alpha-Greis“ irgendwann das große Geheimnis kennen: Wie sich Machterhalt und Lebensfreude gegenseitig bedingen. Bis dahin bleibe ich dabei: Pension klingt besser als Präsidentschaft. Vor allem, wenn der Kühlschrank voll und keine Aktionärsversammlung in Sicht ist.







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