Stellen wir uns ein Unternehmen vor wie einen viel zu kleinen Rucksack: Da wird so lange reingestopft, gestopft, gestopft, bis plötzlich der Reißverschluss mit einem leisen Rrrratsch dem Druck nachgibt. „Ach, das hätten wir ja gar nicht kommen sehen!“, wundern sich dann die Manager, während auf dem Boden die Socken (alias: Fachkräfte) davonkullern.
Die Logik dahinter klingt ungefähr so:
„Wenn Frau Müller heute zwölf statt acht Stunden arbeitet, dann verdienen wir das Äquivalent einer halben Tafel Schokolade mehr. Das rechtfertigt vollkommen, dass sie nächste Woche mit der Stirn auf der Tastatur einschläft.“
Oder: „Wenn wir Herrn Schmidt noch die Arbeit von drei Kollegen zuschieben, sparen wir uns drei Gehälter! Schlau, oder?“ Bis Herr Schmidt irgendwann im Bewerbungsgespräch beim Mitbewerber erklärt: „Multitasking? Ich war die Abteilung.“
Teilzeitkräfte? Für viele Unternehmen sind die wie Pinguine bei einer Flamingo-Party: liebenswert, kompetent, aber „passen halt einfach nicht ins Bild“. Also lässt man sie lieber draußen watscheln, anstatt die eigene Struktur mal minimal zu lockern. Lieber setzt man stur auf die Vorstellung: Nur wer 40 Stunden (plus heimliche Überstunden) auf dem Papier steht, arbeitet wirklich, auch wenn der Output längst was anderes verrät.
Das übergeordnete Prinzip erinnert an ein Auto, bei dem die Tankanzeige seit 50 Kilometern rot blinkt. Man fährt weiter, denkt sich: „Wird schon halten.“ Bis schließlich der Motor hustet, alle an den Straßenrand müssen – und plötzlich die ganz praktische Frage auftaucht:
„Hat sich der Nervenkitzel für die zwei Euro Spritersparnis jetzt wirklich gelohnt?“
Und das Ergebnis?
Unternehmen sparen kurzfristig minimale Kosten, verlieren langfristig motivierte Mitarbeiter, Wissen, Innovationskraft und manchmal sogar ihr gutes Image. Aber hey, irgendwo in einer Excel-Datei steht eine hübsche kleine schwarze Null. Dafür lohnt sich doch alles … oder?
Die Moral der Geschichte:
Am Mitarbeiterlimit herumzudoktern bringt ungefähr so viel, wie an Weihnachten den Christbaum zu früh absägen und dann hoffen, dass er trotzdem grün bleibt. Für den Moment sieht’s vielleicht kurz nach „Effizienz“ aus, aber am Ende fragt sich jeder:
„Und, hat sich das wirklich ausgezahlt?“







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