Wehwehchen haben eine Karriereleiter

Mit Anfang 20 denkt man doch ernsthaft: „Was stellen sich die Älteren so an? Ein bisschen Rücken, ein bisschen Nacken, na und?“ und fühlt sich dabei unzerstörbar. Dein Körper steckt damals alles weg: vier Stunden Schlaf, sechs Bier, eine Party bis Sonnenaufgang und am nächsten Morgen gehst du putzmunter joggen.
Doch dann, irgendwann so um die 30, beginnt die unaufhaltsame Transformation: Dein Körper tritt in eine geheimnisvolle Zusammenarbeit mit der Schwerkraft, der Zeit und deiner Matratze.

Typische Etappen auf dem Weg zum „Alltags-Achterbahn-Körper“

  1. Niesen
    Mit 20: Ein charmantes „Hatschi“. Danach weitermachen, als wäre nichts.
    Mit 40: Ein riskantes Glücksspiel. Wer zu heftig niest, riskiert eine Rückenverstauchung oder akuten Hexenschuss. Plötzlich überlegst du: Sollte ich mich vorher dehnen?
  2. Rücken verrissen
    Früher: Man hebt eine Waschmaschine und denkt sich: „Wow, das war unbequem, aber geht schon.“
    Heute: Man hebt den Staubsauger – knacks – und verbringt den Rest des Tages in einer Pose, die aussieht wie ein Fragezeichen auf zwei Beinen.
  3. Schlecht geschlafen
    Früher: Auf Sofas, auf dem Boden, sogar quer über zwei Sesseln, kein Problem.
    Heute: Extra teure Pölster, Matratzenberater, Schlafrituale. Trotzdem wachst du morgens auf und denkst: Hat mir nachts jemand heimlich den Nacken durchgeknetet, aber in die falsche Richtung?
  4. Nacken steif
    Früher: Nie gehört.
    Heute: Du drehst den Kopf, um nach links zu schauen und brauchst anschließend einen Physiotherapeuten, eine Wärmflasche und drei Tage Schonzeit.
  5. Sport machen
    Früher: „Mal eben eine Runde Fußball? Klar!“
    Heute: Einmal dehnen vergessen, und das Knie verabschiedet sich für vier Wochen in die Reha. Früher Absichtserklärungen á la „Ich gehe ins Fitnessstudio“. Heute: „Ich mache jetzt Rückenschule… freiwillig.“
  6. Verletzungen ohne Grund
    Früher: Verletzungen waren Resultate von Mutproben oder Sport.
    Heute: Du verletzt dich beim Harmlosesten. Schuhe anziehen. Vom Sofa aufstehen. Socken wechseln. Zack, irgendwas zwickt.
  7. Eine Nacht durchfeiern
    Früher: Man geht feiern, sieht den Sonnenaufgang, fährt danach direkt zur Uni oder Arbeit , kein Drama.
    Heute: Eine Nacht fortgehen = drei Tage außer Gefecht. Der Kater ist kein Kater mehr, es ist ein Langzeitaufenthalt in einer Parallelwelt voller Kopfschmerzen und Magenkrämpfe.
  8. Weitere Bonuspunkte des Alterns
    – Du machst eine Kniebeuge, nicht für Sport, sondern nur um die untere Schublade aufzumachen. Und es knackt.
    – Du kombinierst Begriffe wie „Wetterumschwung“ und „Knie“ in einem ernsthaften Satz.
    – Vitaminpräparate sind keine Option mehr, sondern Überlebensstrategie.

    Fazit:
    Mit 20 bist du aus Gummi, mit 30 aus Lego, mit 40 aus Porzellan.
    Der Witz: Jeder mit Anfang 20 denkt, das seien Übertreibungen. Und jeder ab Mitte 40 weiß: Es war nie übertrieben, es war schlicht eine ungeschminkte Vorschau auf die Zukunft.

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