Stellen Sie sich vor: Sie sitzen mit acht weiteren Kolleg:innen beim gemeinsamen Kantinen-Lunch. Die Butter kostet mittlerweile so viel wie ein Mittagsmenü, der Kaffee schmeckt plötzlich nach Inflation. Aber keine Sorge: Die alljährliche Kollektivvertragserhöhung kommt – angeblich – und macht alles wieder gut. Oder doch nicht?
Willkommen im „Ausnahmeregelungs-Lotto“ großer Unternehmen! Denn ab zehn Mitarbeitenden dürfen Arbeitgeber bis zu 9 Menschen oder 10 % der Belegschaft von der Ist-Erhöhung einfach ausnehmen. Das Los, ob Sie dazugehören, zieht Ihr Chef persönlich, vielleicht nach dem Motto: „Wen ärgere ich heute?“
1. Die Preissteigerung – ein Gesellschaftsspiel
- Die Inflation knallt wie ein Silvesterböller ins Haushaltsbudget, alles wird teurer: Mieten, McMenu, Marmelade.
- Die Kollektivvertragserhöhung soll Sie schützen, Ihr Reallohn soll erhalten bleiben…
- …es sei denn, Ihr Chef entscheidet, dass Sie zum exklusiven „Heute nicht“-Club gehören.
2. Die „Gerechtigkeitslücke“ – eine kleine Sozialstudie
Die Regelung klingt für Betroffene ungefähr so fair wie ein Würfelspiel auf Glatteis:
| Logik der Ausnahme | Gefühl der Betroffenen |
|---|---|
| Arbeitgeber darf bis zu 9 Existenzen ignorieren | „Warum genau ICH? Gibt’s Trostpreise?“ |
| Kriterium: Arbeitgeber-Wahl | „Schon klar, besonders objektiv…“ |
| Während die Kollegen mehr kriegen, schaut man selbst in die Röhre | „Inflationsschutz nur für Auserwählte!“ |
3. Teamgeist? Frust statt Lust!
- Während die einen mit dem Gehaltsplus Eis kaufen gehen, frieren andere weiter, emotional wie finanziell.
- Das Betriebsklima? Neue Variante von „Reise nach Jerusalem“: Wer keinen Sitz bekommt (sprich: keine Erhöhung), hat Pech gehabt.
- Offizieller Grund: Flexibilität für Unternehmen. Inoffiziell: Weiteres Druckmittel für das Management.
4. Die Auswahlkriterien
- Kein Mensch weiß, nach welchen Kriterien der Arbeitgeber ausliest:
- Wer die Kaffeemaschine am Dienstag blockiert hat?
- Wer ohnehin schon schlechte Laune hat?
- Oder gibt’s das große „Rohrkrepierer-Bingo“?
Das große Fazit: Betrifft den Geldbeutel, trifft das Gemüt
- Die Preissteigerung fällt für alle gleich aus, die Zauberei bei der Auszahlung macht trotzdem Unterschiede.
- Für die „Ausgenommenen“ ist die Regelung ein bisschen wie russisches Roulette, nur mit dem Inhalt des eigenen Geldbörsels.
- Die Gerechtigkeit? Die sitzt hinten im Taxi Richtung Schönbrunn und winkt freundlich zum Ausnahmen-Paradies.







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