Wenn mit „echter Musik“ geworben wird, sagen Menschen im Grunde: „Das, was mir gefällt, verdient ein goldenes Grammophon. Alles andere ist Krach mit Zertifikat.“ Tatsächlich gibt es aber keine „falsche“ Musik, sondern vor allem grenzenlose Geschmäcker, ziemlich viele Vorurteile und viel Verwirrung über das, was Musik „wirklich“ ist.
Warum ist „echte Musik“ immer subjektiv?
Musik löst überall Emotionen aus, berührt Herzen, Füße und manchmal auch die Nachbarn. Was „echt“ klingt, liegt einzig im Ohr des Hörers, oder besser: im Subwoofer seines Herzens. Rock-Fans schwören auf authentische Gitarren, Techno-Liebhaber auf knallharte Basslines und Apfelstrudel-Fans auf Ziehharmonika. Wir neigen dazu, unsere Lieblingsrichtung zum Maß aller Dinge zu machen und leben im Glauben, unsere Soundwellen haben Patent auf Musik. Dabei gibt es zwar schlechte Musiker, aber keine schlechte Musik.
Wer entscheidet, was „echte Musik“ ist?
Gibt es ein heiliges Musikgesetz zum Nachschlagen? Leider nein. Musik gibt es in so vielen Formen wie Ameisen auf dem Picknick: Von Klassik, die manchmal als „ernste Musik“ verklärt wird, bis zu Trash-Metal, den manche als Müll deklarieren. Schon der Versuch, zwischen „echter“ und „unechter“ Musik zu unterscheiden, ist ein bisschen so, als würde jemand behaupten, nur Vanilleeis sei tatsächlich Eis. Jede Generation und jeder Freundeskreis hat mit dem Satz „Also DAS ist echte Musik!“ schon Streit und Lachkrämpfe ausgelöst.
Musikgeschmack ist wie Pizza – alles erlaubt
Rockmusik bedeutet für manche Freiheit, Techno dagegen Ekstase, aber es ist alles Musik. Die Abgrenzung zur „unechten Musik“ ist eine Erfindung für Werbeslogans, Klugscheißer und gelangweilte Musikjournalisten, die die Spotify-Playlist nie verlassen haben. Wer Techno für „falsch“ hält, verpasst nicht nur gleichmäßige Beats, sondern auch die magische Fähigkeit, um 3 Uhr morgens im Club das Leben zu feiern.
Fazit
Niemand würde auf die Idee kommen, den Mond als „falsches Licht“ zu bezeichnen, nur weil die Sonne auch leuchtet. Genau so ist es mit Musik: Die Vielfalt macht Spaß und manchmal bringt gerade der Mut, Neues zu hören, frischen Schwung ins eigene Lieblingsgenre.







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