kann tief fallen – und manchmal landet man dabei so unsanft, dass selbst der Unternehmensarzt nur noch kopfschüttelnd danebensteht. Die Geschichte der Marktführer, die von der Überheblichkeit in den Untergang rauschten, ist so alt wie das Faxgerät – und mindestens genauso überholt. Werfen wir einen humorvollen Blick auf die prominentesten Patienten dieser „Todesspirale des Erfolgs“: Kodak, Nokia und IBM.
Kodak: Die Erfinder, die sich selbst überholt haben
Kodak war einst der Kaiser der Fotografie. 80% Marktanteil, eine Marke, die so bekannt war wie „Mama macht Fotos“. Und dann? Sie erfanden 1975 tatsächlich die erste Digitalkamera – und beschlossen, sie lieber im Giftschrank zu verstecken. Warum? Man hatte Angst, das eigene Geschäft mit Filmen zu kannibalisieren. Während die Konkurrenz schon die ersten Pixel zählte, hielt Kodak an der guten alten Chemie fest. Die Ironie: Sie wurden von ihrer eigenen Erfindung überrollt und mussten 2012 Insolvenz anmelden. Fazit: Wer sich zu lange auf dem Erfolg ausruht, wacht irgendwann auf und stellt fest, dass die Party ohne einen weitergefeiert wird.
Nokia: „Wir haben nichts falsch gemacht, aber irgendwie haben wir verloren“
Nokia war das Synonym für Handys – robust, zuverlässig, und der Akku hielt länger als so manche Beziehung. Doch als Steve Jobs das iPhone präsentierte, blieb Nokia stur auf seinem Kurs. Touchscreens? Apps? Ach, alles nur ein Hype! Während Apple und Samsung mit Innovationen davonzogen, verbesserte Nokia lieber das Symbian-Betriebssystem und brachte weiterhin Telefone mit Tasten heraus. Das Management war überzeugt, dass der Markt sich schon nach ihnen richten würde. Ergebnis: Die Kunden wechselten schneller das Betriebssystem als Nokia seine Strategie. 2014 war dann endgültig Schluss mit lustig – und mit Nokia als Handy-König.
IBM: Vom PC-König zum Lehrstück für Lizenzdeals
IBM war in den 80ern der Platzhirsch im Computermarkt – 80% Marktanteil in den USA. Doch dann kam der legendäre Lizenzdeal mit Microsoft: IBM setzte auf MS-DOS, das bald von Windows abgelöst wurde. Die Konkurrenz produzierte günstigere PCs, IBM versuchte mit einem eigenen Betriebssystem (OS/2) zu kontern – ein Flop. Innerhalb eines Jahrzehnts schrumpfte der Marktanteil auf 20%. 2005 verkaufte IBM seine PC-Sparte an Lenovo und stieg aus dem Rennen aus. Der Clou: IBM hatte die Branche mitgeprägt, aber die Kontrolle über das Betriebssystem – und damit über die Zukunft – aus der Hand gegeben.
Warum passiert das immer wieder?
Hier kommt die „Todesspirale des Erfolgs“ ins Spiel – ein Phänomen, das man in Vorstandsetagen offenbar gerne ignoriert:
- Überheblichkeit durch Erfolg: Wer lange oben ist, hält sich für unbesiegbar. „Uns kann keiner was!“ – bis es jemand tut.
- Angst vor Veränderung: Warum etwas ändern, wenn es doch läuft? Innovation wird als Risiko gesehen, nicht als Chance.
- Verlust des Kundenfokus: Man glaubt zu wissen, was der Kunde will – und übersieht, dass sich die Welt weiterdreht.
- Verkrustete Strukturen: Entscheidungen dauern länger als ein Software-Update. Junge Talente werden ignoriert, frische Ideen als „zu riskant“ abgetan.
- Kulturelle Selbstzufriedenheit: „Das haben wir immer so gemacht!“ – und genau das ist das Problem.
Oder, wie es bei Nokia am Ende hieß: „Wir haben nichts falsch gemacht, aber irgendwie haben wir verloren.“ Die Wahrheit: Wer sich nicht bewegt, wird überholt – und zwar schneller, als man „Marktführer“ sagen kann.
Fazit
Marktführer gehen nicht unter, weil sie plötzlich alles falsch machen – sondern weil sie glauben, alles richtig zu machen. Die Konkurrenz ist hungrig, beweglich und wartet nur darauf, dass der Dicke im Wasser eine falsche Bewegung macht. Und dann – zack – schnappt der Hai zu. Wer also heute noch Marktführer ist, sollte nicht nur auf die eigene Größe, sondern vor allem auf die eigene Beweglichkeit achten. Sonst landet man schneller im Unternehmensmuseum als einem lieb ist.







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