„Das Buch war besser“

Du kennst das sicher: Ein neues Buch wird verfilmt, die Vorfreude ist groß. Endlich kannst du die Lieblingscharaktere auf der großen Leinwand sehen, die epische Schlacht, die zarten Liebesszenen, das große Finale!
Und dann, nach dem Abspann, hörst du sie murmeln oder sagst es vielleicht sogar selbst:
„Das Buch war besser.“

Warum ist das so? Ist das ein Naturgesetz? Oder ein geheimes Ritual aller Leseratten?

1. Die goldene Regel der Buchverfilmung

Stell dir vor, du bist Filmproduzent. Du willst Millionen investieren, Stars engagieren, Spezialeffekte einbauen und du suchst nach einer guten Geschichte. Nimmst du ein Buch, das niemand mag? Natürlich nicht! Du suchst dir den Bestseller, das Buch, das alle lieben, das schon tausend Mal weiterempfohlen wurde.
Wäre das Buch schlecht, hätte es nie den Weg ins Kino geschafft.
Das ist wie mit Restaurantempfehlungen: Niemand sagt „Du musst unbedingt in das Restaurant gehen, in dem ich letzte Woche Bauchschmerzen bekommen habe!“

2. Die Magie der eigenen Fantasie

Beim Lesen entsteht ein ganz persönlicher Film im Kopf. Jeder stellt sich die Helden, die Landschaften, die Monster und die Liebe auf seine eigene Weise vor. Harry Potter sieht für dich vielleicht ganz anders aus als für deine beste Freundin.
Kommt dann der Film, ist das wie ein Überraschungsei: Man freut sich, aber meistens ist nicht das drin, was man sich erhofft hat. Und schon heißt es: „Das Buch war besser!“

3. Der Zeitfaktor – oder: 800 Seiten in 120 Minuten

Ein Buch kann sich Zeit lassen. Es beschreibt, was die Hauptfigur zum Frühstück isst, wie der Regen auf das Fenster prasselt, was im Innersten der Seele vorgeht. Ein Film muss das alles in zwei Stunden packen und kürzt gnadenlos.
Der Lieblingsnebencharakter? Weggeschnitten. Die tiefgründigen Dialoge? Zusammengefasst in einem Satz. Die epische Schlacht? Dauert im Buch drei Kapitel, im Film drei Minuten.
Klar, dass da was fehlt!

4. Die Erwartungsfalle

Wer das Buch liebt, hat hohe Erwartungen. Jede Änderung, jede Kürzung, jede andere Haarfarbe ist ein kleiner Stich ins Fanherz. Und selbst wenn der Film richtig gut ist, bleibt immer ein bisschen Nostalgie: „Im Buch war das irgendwie schöner…“

5. Das Buch ist einfach das Original

Das Buch ist die Quelle. Die Urfassung. Der Ursprung allen Hypes. Der Film ist immer eine Interpretation und zwar die eines Regisseurs, Drehbuchautors, Produzenten und manchmal auch der Marketingabteilung.
Das ist wie bei Omas Apfelkuchen: Das Original bleibt unerreicht, auch wenn die Bäckerei an der Ecke ihr Bestes gibt.

Fazit: Es kann gar nicht anders sein!

Es ist also völlig logisch, dass das Buch meistens besser ist. Denn:

  • Schlechte Bücher werden selten verfilmt.
  • Die Fantasie ist immer größer als das Budget von Hollywood.
  • Die Zeit im Film ist begrenzt.
  • Die Erwartungen sind gigantisch.
  • Das Original bleibt das Original.

Und so wird auch beim nächsten Blockbuster wieder jemand im Kino aufstehen, sich die Popcornkrümel von der Hose klopfen und sagen:
„Das Buch war besser.“


In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen, Schauen und Vergleichen!

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