„Es war so viel zu tun“

Wer kennt sie nicht: Die notorischen Zuspätkommer, die jeden Termin mit dem Charme einer Diva betreten und dabei stets denselben Klassiker zum Besten geben: „Es tut mir leid, es war so viel zu tun.“ Diese Ausrede ist so alt wie der Bürokaffee und ungefähr genauso glaubwürdig wie ein Diät-Versprechen nach dem dritten Stück Kuchen. Warum diese Entschuldigung eigentlich ziemlich lächerlich ist?

1. Die Kunst des dramatischen Auftritts
Zuspätkommer lieben es, mit einem großen Auftritt ins Meeting zu platzen. Sie betreten den Raum mit leicht gehetztem Blick, dem Smartphone am Ohr und einer Aura, als hätten sie gerade das nächste große Firmengeheimnis gelüftet. Ihr verspätetes Erscheinen ist fast schon Performancekunst – und die Ausrede „Es war so viel zu tun“ der krönende Abschluss. Dabei weiß jeder: Wer wirklich viel zu tun hat, plant seine Termine besser – oder kommt wenigstens mit einer neuen Weltformel, nicht nur mit leeren Händen.

2. Multitasking als Märchenstunde
Die Zuspätkommer tun gern so, als hätten sie gerade noch fünf Projekte gleichzeitig gerettet, das Weltklima stabilisiert und nebenbei die Kaffeemaschine repariert. In Wahrheit haben sie wahrscheinlich einfach die Zeit verquatscht, den Kalender falsch gelesen oder sich in der Kaffeeküche festgeschnackt. „Es war so viel zu tun“ klingt halt besser als „Ich habe die Zeit vergessen, weil das Katzenvideo so spannend war.“

3. Die geheime Botschaft: Ich bin wichtiger als ihr
Wer ständig zu spät kommt, sendet eine klare Message: „Meine Zeit ist wertvoller als eure.“ Die Entschuldigung ist dabei nur ein Feigenblatt. Denn während alle brav pünktlich sind und schon zum dritten Mal die Agenda durchgehen, darf der Zuspätkommer mit seiner Ausrede den Helden spielen. Das ist ungefähr so charmant, wie wenn jemand beim Abendessen zu spät kommt und dann noch das größte Stück Kuchen nimmt.

4. Die inflationäre Ausrede
„Es war so viel zu tun“ ist die Ausrede für alle Lebenslagen: zu spät zum Meeting, zu spät zum Feierabend, zu spät zur Deadline. Irgendwann glaubt sie keiner mehr – und alle wissen: Wer wirklich viel zu tun hat, schafft es trotzdem, pünktlich zu sein. Oder informiert wenigstens vorher, dass es später wird. Alles andere ist einfach nur schlechte Organisation oder, noch schlimmer, Gleichgültigkeit.

5. Die wahren Meister der Zeitplanung
Die wirklich viel beschäftigten Menschen im Büro sind meist die, die trotzdem pünktlich erscheinen. Sie wissen, wie man Prioritäten setzt, Termine koordiniert und zur Not auch mal ein Gespräch charmant abkürzt. Wer immer zu spät kommt, beweist vor allem eines: ein großes Talent für Ausreden, aber wenig Respekt für die Zeit der anderen.

Fazit:
Die Ausrede „Es tut mir leid, es war so viel zu tun“ ist im Büroalltag ungefähr so glaubwürdig wie „Der Hund hat meine Hausaufgaben gefressen“. Sie ist ein Klassiker, aber längst entlarvt. Wer wirklich Respekt zeigt, kommt pünktlich – oder findet wenigstens eine originellere Ausrede. Und falls doch mal wieder jemand zu spät kommt: Einfach freundlich lächeln und denken, dass wenigstens das Meeting jetzt endlich losgehen kann – mit oder ohne Drama!

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Alles geht – nix muss

Seien es Likes auf Beiträge, Follows in den anderen Channels oder Input für weitere unterhaltsame Themen. Ich freue mich über jegliche Unterstützung.

Join the club

Stay updated für die neuesten Absurditäten.