Die Englische Aussprache

Für Lernende aus aller Welt ist Englisch so etwas wie der Monty-Python-Sketch unter den Sprachen: urkomisch, vollkommen absurd und nach dem ersten Lachen fragt man sich, ob man noch ganz bei Trost ist.

Denn während viele Sprachen nach klaren Regeln funktionieren (Spanisch: ¡Hola, ich bin logisch!), kommt Englisch mit der Energie eines betrunkenen Professors rein, zeigt dir das Wort „bough“, sagt „Das spricht man baw“ und lacht herzlich, während du es wie boo oder boff aussprichst.

Willkommen im Wörterzirkus

Englische Wörter sehen oft ähnlich aus, klingen aber völlig unterschiedlich – wie Drillinge, die alle in verschiedene Richtungen gezogen wurden.
Beispiele gefällig? Gern:

  • Thoughtoughthroughthoughtthoroughthrewbough
    – Ein Wörterbuch? Nein, ein Zungenbrecher mit Identitätskrise.

Spricht man „though“ wie „cow“?
Nein, das ist „bough“.
Und „tough“ reimt sich auf „rough“, aber nicht auf „through“.
„Through“ ist wiederum wie… wer kann das noch ernst nehmen?

Der poetische Nervenzusammenbruch: The Chaos

1914 schrieb der niederländische Autor Gerard Nolst Trenité ein Gedicht mit dem bezeichnenden Titel „The Chaos“. Eine Hommage an die Katastrophe, die man „englische Aussprache“ nennt.
Darin finden sich Verse wie:

“Dearest creature in creation,
Study English pronunciation.”

Oder später:

“Worse than worst, “worst” rhymes not with “versed”,
Nor does “horse” and “hearse” and “reverse”.

Das Gedicht enthält über 800 Wörter, eine Tour durch sprachlichen Wahnsinn, bei der selbst Original-Englischsprachige irgendwann mit „… wait, what?“ reagieren.

Warum tut Englisch das?

1. Es hat einfach zu viel erlebt.

Englisch ist das sprachliche Äquivalent einer Patchwork-Familie mit 84 Elternteilen:

  • Altes Englisch von den Sachsen
  • Latein von der Kirche
  • Französisch vom Adel
  • Holländisch? Auch das.
  • Und dann kamen Amerikaner, Iren, Australier, Kanadier, Schotten … alle mischten mit.

Ergebnis: Kauderwelsch-Karaoke mit Shakespeare-Vibe.

2. Schrift ist eingefrorene Vergangenheit

Die Aussprache entwickelt sich weiter. Die Schreibweise bleibt meist zurück, wie ein Tourist, der den Bus verpasst hat.
Darum schreibt man heute noch „knight“, spricht aber „nait“. Das „k“ ist nur noch Zierde – wie Petersilie auf einem Teller.

3. Logik ist optional

In jeder anderen Sprache lernt man Regeln. In Englisch lernt man das Dazwischen.
Beispiel:

  • read (present): [riːd]
  • read (past): [rɛd]
    Gleiches Wort, andere Zeitform, andere Aussprache. Gut gemeint, aber wer denkt sich sowas aus? → Englisch.

Weitere schöne Sprach-Sabotage-Beispiele:

WortAusgesprochen wie…Aber Moment mal…
colonel„kernel“Wo ist das „r“ her?
yacht„jott“Suche: Phonetik, finde: Chaos
debris„deb-ree“ (mit stummem „s“)Außer du bist Brite
island„eye-land“Das „s“? Ach, nur Deko
sword„sord“Das „w“ schweigt höflich mit
subtle„subtle“ (stummes „b“)„Sub-tele“? Netter Versuch

Fazit: Ein Paket Sprachwitz mit eingebautem Stolperdraht

Für anderssprachige Menschen ist Englisch oft wie eine Schatzsuche, bei der jede Karte eine andere Legende hat. Man kann es meistern, aber der Weg ist gepflastert mit Wörtern, die aussehen wie Bekannte und doch komplett fremd sind.

Englisch ist großartig, voller Ausdruck und Nuancen, aber auch:
Die Sprache, bei der du nie weißt, ob du redest, liest, rätselst oder gerade in einer Casting-Show fürs Irrenhaus landest.

Und trotzdem: Wir lieben sie. Warum? Weil sie uns leadreadweird, und queue bietet und uns dabei lehrt, dass Sprache auch eine Herausforderung mit Humor sein kann.

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