Jeder kennt das: Man trifft einen alten Freund oder eine Freundin und fragt: „Warum spielst du nicht mehr Gitarre?“ oder „Wann hast du das letzte Mal gemalt?“ Und prompt kommt die Antwort: „Ach, dafür hab ich einfach keine Zeit mehr!“
Doch mal ehrlich: Zeit ist nicht verschwunden. Sie ist nur umverteilt und meistens in Richtung Streaming, Social Media oder stundenlanger Diskussionen über die neueste Folge von „Fast and Furious“. Wirklich, niemand hat plötzlich weniger Stunden am Tag. Wir sind nur besser darin geworden, sie auf die spannendsten (und manchmal sinnlosesten) Dinge zu verteilen.
Was wirklich passiert, wenn wir „keine Zeit“ sagen
- Zeitfresser Nr. 1: Die digitale Ablenkung
- YouTube, Instagram, TikTok, das ist der große Zeitdieb der Moderne. Aus „Ich schau mal kurz ein Video“ wird „Ich habe gerade drei Stunden meines Lebens für Katzenvideos geopfert“.
- Und plötzlich ist es Mitternacht, du hast nichts gemalt, aber dafür weißt du, wie man eine Gitarre aus einer Banane baut.
- Zeitfresser Nr. 2: Die endlose Serie
- „Ich hab keine Zeit“ und doch schafft man es, zehn Folgen einer Serie am Stück zu gucken.
- Dabei ist der Kaffee kalt, die Gitarre verstaubt, aber Hauptsache, die Protagonisten haben ihre Probleme gelöst.
- Zeitfresser Nr. 3: Die Prioritätenverschiebung
- Früher hast du nach Feierabend gemalt oder Musik gemacht. Heute „musst“ du noch schnell einkaufen, aufräumen, telefonieren, scrollen, kochen, scrollen, schlafen, scrollen…
- Die Zeit ist da. Sie wird nur für andere Dinge genutzt, meistens, ohne dass wir es richtig merken.
Warum wir das so machen
Ganz einfach: Unser Gehirn ist faul. Es bevorzugt Dinge, die wenig Anstrengung brauchen und sofort belohnen. Malen, Musik machen, kreativ sein, das kostet Energie. Eine Serie gucken oder durch Social Media scrollen ist wie Fast Food fürs Gehirn: schnell, lecker, aber auf Dauer nicht sonderlich erfüllend.
Was tun, wenn man wieder Zeit für sein Hobby finden will?
- Erkenne deine Zeitfresser: Schreib mal auf, wofür du deine Zeit wirklich nutzt. Du wirst staunen!
- Setz dir kleine Ziele: Zehn Minuten malen, fünf Minuten Gitarre spielen, das geht immer.
- Mach dir bewusst: Es ist okay, Zeit für dich zu investieren. Dein Hobby ist genauso wichtig wie die nächste Folge deiner Lieblingsserie.
Fazit:
„Keine Zeit“ ist meistens nur ein Deckmäntelchen für „Ich habe andere Prioritäten“. Die Zeit ist da, wir müssen sie nur manchmal mutig zurückerobern. Und wer weiß: Vielleicht ist das nächste Katzenvideo ja auch ein Video von dir beim Gitarrespielen!







Hinterlasse einen Kommentar