Einfach Aus Prinzip

Wir alle kennen sie: Die Menschen, die mit stolzgeschwellter Brust verkünden, dass sie noch nie eine Folge „Game of Thrones“ gesehen haben. Diejenigen, die WhatsApp für Teufelszeug halten und Spotify für einen Angriff auf den guten Musikgeschmack. Und wenn irgendwo „Bibi & Tina“ läuft, dann ziehen sie die Augenbraue so hoch, dass selbst The Rock neidisch wäre.

Die Kunst des demonstrativen Verzichts

Es ist fast schon eine olympische Disziplin geworden, sich öffentlich von Mainstream-Unterhaltung zu distanzieren. Die Gründe sind dabei so kreativ wie abenteuerlich:

  • „Ich habe keine Zeit für so einen Unsinn!“
    (Aber für 45 Minuten Monolog darüber, warum man keine Zeit hat, reicht es immer.)
  • „Ich bin einfach zu erwachsen für TikTok!“
    (Sagt die Person, die abends heimlich Katzenvideos auf YouTube schaut.)
  • „Diese Musik ist mir zu oberflächlich.“
    (Aber die Playlist „Deep Meaningful Rain Sounds“ läuft in Dauerschleife.)

Das Statement hinter dem Statement

Natürlich steckt dahinter meistens kein echter Hass auf Serien, Apps oder Musikrichtungen. Es geht vielmehr darum, ein Statement zu setzen – und sei es nur: „Ich bin anders als ihr! Ich bin besonders!“
Das ist ungefähr so, als würde man auf einer Party laut verkünden, dass man keinen Kuchen mag, während alle anderen gerade genüsslich ein Stück essen. Das Ziel: Aufmerksamkeit, ein bisschen Bewunderung, vielleicht auch ein Hauch von Mysterium.

Warum das ein Blödsinn ist

  1. Das Leben ist zu kurz für Prinzipienreiterei:
    Wer sich aus Prinzip alles verbietet, was Spaß machen könnte, verpasst vielleicht die besten Insider-Witze, die schönsten Ohrwürmer und die lustigsten Memes.
  2. Coolness entsteht nicht durch Verzicht:
    Es ist wie mit dem Spruch: „Ich trinke keinen Kaffee, um wach zu werden – ich bin einfach immer müde.“
    Wer zwanghaft „anders“ sein will, ist am Ende oft nur „anders anstrengend“.
  3. Niemand ist wirklich zu erwachsen für irgendwas:
    Erwachsene Menschen dürfen alles: Kinderserien schauen, auf TikTok tanzen, oder zu 90er-Hits abgehen. Das nennt sich Lebensfreude – und die ist alterslos.
  4. Manchmal entgeht einem wirklich Gutes:
    Vielleicht ist die Serie ja doch spannend, die App wirklich praktisch oder der Song ein echter Ohrwurm. Wer nie probiert, weiß auch nie, was er verpasst.

Fazit: Einfach mal locker machen!

Am Ende des Tages ist es völlig okay, nicht alles zu mögen. Aber sich zwanghaft abzugrenzen, nur um ein Statement zu setzen? Das ist wie mit verschränkten Armen im Regen stehen, während alle anderen tanzen – nur damit man sagen kann, dass man nicht nass geworden ist.
Viel cooler ist es, einfach mal mitzumachen, zu genießen und sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Denn das Leben ist zu kurz für „Ich-bin-zu-cool-für-diesen-Unsinn“-Statements!

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