Es gibt sie, diese Situationen im Arbeitsalltag, die selbst erfahrene Kollegen ins Schwitzen bringen: Die gefürchteten Sekunden mit dem Chef im Aufzug. Kaum schließt sich die Tür, beginnt ein innerlicher Countdown, der sich anfühlt wie ein Bewerbungsgespräch auf einer Achterbahnfahrt. Aber warum ist das eigentlich so?
1. Smalltalk im Hochdruckkessel
Du steigst nichtsahnend in den Aufzug, denkst an deinen Kaffee – und dann steht ER plötzlich neben dir: der Chef. Plötzlich ist die Luft dicker als der Kaffee in der Kantine. Was sagt man jetzt? Wetter? Schon zu oft gehört. Projekte? Zu riskant. „Schöner Aufzug, oder?“ – klingt irgendwie seltsam. Also schweigt man, starrt auf die Stockwerksanzeige und hofft, dass niemand noch den Notstopp drückt.
2. Die Angst vor dem Fettnäpfchen
Im Aufzug gibt es kein Entkommen. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt. Ein falscher Spruch und du bist für immer „der mit dem schlechten Aufzug-Witz“. Also lieber schweigen? Aber dann wirkt man desinteressiert. Ein Teufelskreis! Im Kopf laufen währenddessen 1000 Szenarien ab: „Soll ich fragen, wie sein Wochenende war? Oder denkt er dann, ich will schleimen?“
3. Die Zeit vergeht anders
30 Sekunden im Aufzug mit dem Chef fühlen sich an wie ein kompletter Arbeitstag. Die Sekunden ziehen sich wie Kaugummi, während draußen das Leben weitergeht. Jeder Piepton des Aufzugs ist wie Musik in den Ohren – endlich wieder raus! Und wehe, der Aufzug bleibt stecken. Dann hilft nur noch: gemeinsam über das Wetter reden. Oder schweigen. Oder beten.
4. Die Körpersprache-Challenge
Wohin mit den Händen? In die Taschen? Zu lässig. Verschränkt? Zu verschlossen. Locker an die Seite? Wirkt irgendwie angespannt. Also steht man da, wie eine Schaufensterpuppe auf dem Abstellgleis, und hofft, dass der Chef nicht merkt, dass man gerade vergessen hat, wie Atmen funktioniert.
5. Der Aufzug als Gleichmacher – oder auch nicht
Im Aufzug sind alle gleich: Chef und Praktikant, Teamleiter und Azubi. Aber irgendwie fühlt es sich trotzdem an, als würde man gerade vor versammelter Mannschaft einen Vortrag halten – nur, dass niemand klatscht, wenn die Tür endlich aufgeht.
Fazit:
Die Sekunden mit dem Chef im Aufzug sind ein Minenfeld aus Smalltalk, Schweigen und peinlichen Blicken. Warum? Weil wir alle wissen: Hier gibt es kein Entkommen, keine Ausrede und keine Möglichkeit, sich hinter dem Bildschirm zu verstecken. Aber keine Sorge: Der nächste Aufzug kommt bestimmt – und vielleicht klappt’s ja dann mit dem perfekten „Guten Morgen, Chef!“. Bis dahin gilt: Einfach freundlich lächeln, ruhig atmen und hoffen, dass die Fahrt kurz bleibt.







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