Dieser Satz ist im Büroalltag ungefähr so verbreitet wie der Geburtstagskuchen am Montagmorgen – und genauso mit Vorsicht zu genießen. Denn mal ehrlich: Wer behauptet, ständig bei voller Leistung zu laufen, hat entweder einen Akku, den die NASA erforschen sollte, oder ein sehr kreatives Verhältnis zur Realität. Hier kommt eine Abrechnung mit dem Mythos der ewigen 100 Prozent.


1. Die Physik ist dagegen
Schon der gute alte Physikunterricht hat uns beigebracht: Kein Motor läuft immer auf Volllast, ohne irgendwann zu qualmen. Selbst Hochleistungssportler gönnen sich Pausen – und zwar nicht nur zum Instagram-Posten. Wer behauptet, immer 100% zu geben, müsste also ein Wunderwerk der Natur sein. Oder ein Roboter mit Kaffeetank.


2. Die 100%-Illusion im Büroalltag
Mal ehrlich: Wer sitzt schon acht Stunden lang hochkonzentriert am Schreibtisch? Zwischen E-Mails, Meetings, Kaffeepausen, Geburtstagskuchen und dem täglichen Kampf mit dem Drucker bleibt von den angeblichen 100% meist nur ein Bruchteil übrig.


3. Multitasking – der Feind der 100%
Viele glauben, sie könnten mehrere Dinge gleichzeitig tun und dabei überall 100% geben. Die Realität: Wer während des Zoom-Meetings E-Mails beantwortet, dem entgeht entweder die Pointe vom Chef oder er schreibt versehentlich „Liebe Grüße an die Schwiegermutter“ in die Projektpräsentation. Multitasking ist wie Jonglieren mit Kaffeetassen: Es sieht beeindruckend aus, endet aber meist in einer Sauerei.


4. Die Energie-Reserve für den Notfall
Wer immer 100% gibt, hat keine Reserve mehr für den Ernstfall: den spontanen Kundenbesuch, das überraschende Montagsmeeting oder den gefürchteten „Kannst-du-mal-eben“-Anruf. Wer clever ist, hält sich ein paar Prozent zurück – für den Sprint am Freitagmittag oder das große Finale vor dem Urlaub. Niemand fährt mit Vollgas in die Sackgasse.


5. Der Mythos der Dauer-Motivation
Selbst die motiviertesten Kollegen haben mal einen Durchhänger, einen schlechten Tag oder einfach Lust auf ein bisschen Prokrastination. Wer immer 100% gibt, riskiert nicht nur Burnout, sondern auch, als Maßstab für alle anderen zu dienen – und das will nun wirklich keiner. Denn dann heißt es plötzlich: „Wenn der Müller immer 100% gibt, dann kannst du das doch auch, oder?“


6. Die Wahrheit hinter den 100%
Mal ganz ehrlich: Die meisten von uns sind schon mit 70% ganz gut dabei. An manchen Tagen reichen auch 50%, solange die Kaffeetasse voll ist und der Chef nicht zu genau hinschaut. Und an ganz besonderen Tagen – zum Beispiel, wenn es Kuchen gibt – schaffen wir vielleicht sogar 110%. Aber das ist dann auch schon wieder Physik – und die sagt: Das geht gar nicht.


Fazit:
„Ich gebe immer 100%“ ist wie „Ich esse nie Süßes“ oder „Ich schaue nie aufs Handy“ – klingt gut, stimmt aber selten. Wer ehrlich ist, weiß: Die wahre Kunst im Arbeitsleben ist es, seine Energie klug einzuteilen, auch mal einen Gang runterzuschalten und die eigenen 100% für die Momente aufzusparen, in denen sie wirklich gebraucht werden. Und für den Rest gilt: 80% reichen auch. Hauptsache, der Kaffee ist stark und der Humor bleibt erhalten!

Alles geht – nix muss

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